Campen in Zeiten von Corona

Durch Corona haben Camper mit erheblichen Einschränkungen zu tun. Der Urlaub 2020 muss nicht abgesagt werden. Die Camper orientieren sich ganz auf Deutschland. Die meisten Plätze haben von Mitte bis Ende Mai nach und nach geöffnet. Angesichts der weltweiten Corona Epidemie  rechnet die Campingbranche mit deutlich mehr deutschen Urlaubern.  Auf den mußten wir unterschreiben, dass wir  keine Corona-Symptome haben und die geltenden Abstands- und Hygiene-Regeln kennen und einhalten. Wer sich nicht daran hält, wird vom Platz geschickt. Die Campingplätze haben eine große Verantwortung für die ganze Tourismusbranche. Für die Branche wäre es ein Super-GAU, sollte auf einem Platz Corona ausbrechen. Unter der Seite  vergleich.org wurde eine Liste der 5 beliebtesten Reiseziele in Deutschland erstellt. Den ersten Platz belegt die Ostseeküste.

Und wir haben den Selbstversuch an der Ostseeküste unternommen. Über zwei Zwischenstationen, dem Campingplatz an der Fuldaschleife in Hessen und dem Freizeit-Camp Nordheide, sind wir nach Kalifornien an die Ostsee gefahren.

Auf allen Plätzen war in den geschlossenen Räumen Mund-Nasen-Schutz Pflicht. Gleichmäßig über die Plätze sind Hinweise zum Verhalten im Zusammenhang mit Corona Krise ausgehängt  worden. Die Aushänge waren sehr umfangreich, so dass ein längeres Verweilen notwendig war.

Der Campingplatz Fuldaschleife

Der Platz liegt romantisch gelegen in der Fuldaschleife bei Guxhagen. Er eignet sich sehr als Zwischenstation. Mit Interesse für Natur ist ein längerer Aufenthalt zu empfehlen. Geprägt ist die Landschaft vom Fluss Fulda, Werra und Eder. Die umgebenden Wälder werden durch Wiesen und Felder aufgelockert. Die Verwendung der Sanitäranlagen WC, Waschen und Duschen war möglich. Der Zugang wurde durch Kärtchen geregelt, so dass immer nur eine begrenzte Zahl an Gästen die Einrichtungen nutzen konnten. Der Platz selbst wurde nicht extra eingeteilt. Die Anzahl der Besucher war überschaubar.

 

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Der Campingplatz Freizeit-Camp Nordheide e.V.

Dieser Platz ist für Durchreisende sehr geeignet. Er  liegt etwa 40 km südlich vor Hamburg in Garlsdorf.  Hamburg erreicht man über die A7 schnell. Die Stellplätze wurden extra mit Absperrbändern unterteilt. Auch hier war der Andrang  sehr überschaubar. Geöffnet waren die Toiletten. Eine Hälfte des Sanitärgebäudes war gesperrt.  Im offenen Teil sind die WC’s für Männer und Frauen in einem Gang eingeteilt worden. Das offene Sanitärgebäude wurde sehr gründlich gereinigt.

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Campingplatz California

Unser erstes Ziel war Kalifornien an der Ostsee, in der Nähe von Schönberg. Der Campingplatz California ist gut anzufahren. Die Zufahrtswege zu den Stellplätzen sind gut befahrbar. Der Camper findet ausreichend große Stellplätze vor, da findet alles seinen Platz und die Abstandsregeln können gut eingehalten werden. Nicht alle Stellplätze haben einen funktionierenden Abwasseranschluss. Die Ausgussbecken sind zu hoch, da landet das Wasser in der Duschtasse des Wohnwagens, wenn der Abwasserschlauch vom Wohnwagen benutzt wird.  Die Kanalisation ist überfordert. Das Wasser in den Ausgussbecken blieb oft über Stunden stehen und lief nur langsam ab. Nach einer Kanalreinigung war der Zustand ein paar Tage später wieder vorhanden. Auf Grund der Coronabestimmungen waren nur die Toiletten nutzbar, die schon recht betagt sind. Deren Sauberkeit ließ zeitweise, bei voller Platzbelegung, zu wünschen übrig. Die Geschirrspülbecken konnten durch Umbauten nicht genutzt werden, obwohl diese nicht in geschlossenen Räumen sind. Sie stehen im Außenbereich mit einer Überdachung. (Auf anderen Plätzen z.Bsp. in Wallnau auf Fehmarn waren die Geschirrspülplätze nutzbar, die sich innerhalb des Gebäudes befinden). Überall waren Aushänge mit entsprechenden Anweisungen zur Einhaltung der Coronaregeln. Am Platz ist ein kleiner Shop und eine Gasstätte mit einem großen Außenbereich. Für die Radfahrer und Fußgänger gibt es getrennte Wege, das ist Super.  Der kilometerlange feinsandige  Strand erstreckt sich von Kiel bis weit in Richtung Howacht.

Kalifornien gehört zu Schönberg.

Die Gemeinde Schönberg gehört zum Kreis Plön. Schönberg bietet einen hohen Freizeitwert, mit den Einrichtungen Strand, Seebrücke, Tennis- und Squashhalle, Ostseeklinik, Fitness-Center, Gemeindebücherei, Kindheitsmuseum und Probstei-Museum usw.

Was kann man Unternehmen !

Radfahren und stundenlang am Strand wandern sind ein muß und das bei jedem Wetter. Dabei kann der Abstand leicht eingehalten werden. Den Sonnenuntergang am Strand bei einem Glas Wein genießen.

Mit dem Rad nach Laboe. Weithin sichtbar ist das Marine-Ehrenmal. Dort ist das U-Boot U-995 zu sehen. Unter dem Namen „Hecht“ ist U-995 am 16. September 1943 in Dienst gestellt worden. Bis zu seiner Außerdienststellung am 8. Mai 1945 im norwegischen Drontheim wurde U-995 vorwiegend im Nordmeer eingesetzt. Heute ist U-995 als technisches Museum Anziehungspunkt von mehr 120.000 Besucher im Jahr. Als historisch-technisches Museum veranschaulicht das U-Boot die beklemmenden und engen Lebensbedingungen der Soldaten und erinnert an das Grauen und die Leiden des II. Weltkriegs.

Und sonst noch in Laboe die Promenade und ein Besuch in der Meeresbiologischen Station. Sie gibt wissenswerte, interessante und überraschende Einblicke in die Unterwasserwelt der Ostsee.

Laboe im Netz  unter: (öffnet im neuen Fenster)

https://www.laboe.de/rundgang-durch-laboe.html

Empfehlen kann ich einen Besuch im Gut Panker (öffnet im neuen Fenster)

https://www.gutpanker.de/

Im Gut  Panker gibt es eine Reihe von Geschäften und Galerien. Angeboten werden Wohnaccessoires, Gartenaccessoires, Bücher,  Handwerk und Glaskunst und vieles mehr. Das Hotel-Restaurant Ole Liese und das wundervolle Forsthaus Hessenstein laden zum Essen und Verweilen ein.

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Die Insel Fehmarn liegt zwischen der Lübecker Bucht und Kieler Bucht und ist die  drittgrößte InselDeutschlands. Es ist ein stiller Ort mit dem Zentrum Burg. Um den Ort sind etwa 40 Dörfer zwischenFeldern und Weiden verteilt. In Burg wohnen rund 6000 Einwohner, der insgesamt 12000 Einwohner.Die Insel ist 185 qkm groß, jedoch kleiner als Rügen mit 926 qkm, Usedom mit 445 qkm oder Wollin248 qkm. Die Küstenlinie beträgt 78 km.

Wer Sehnsucht nach der Natur hat, fährt nach Wallnau. Neben dem Campingplatz befindet sich hier ein 300 Hektar großes Naturschutzgebiet, das Wasservogelreservat Wallnau.

Das Musikfestival im September 1970 war die deutsche Antwort auf das Woodstock-Festival. Es feierten 25000 Musikfans nahe dem Flügger Leuchtturm. Höhepunkt war der Auftritt von Jimi Hendrix am Sonntag.  Gegen 12:56 Uhr betrat er die Bühne und spielte Hits wie Hey Joe, Purple Hazeund Voodoo Child. Nur wenige Tage nach diesem Auftritt, am 18. September 1970 starb er in Londonan einer Überdosis Schlaftabletten. Seit 1977 erinnert ein Gedenkstein an den legendären Auftrittvon Jimmy Hendrix auf Fehmarn. Der Stein befindet sich am Ende des Campingplatzes Flügger Strand.

Der Leuchtturm Flügge ist der einzige Leuchtturm auf Fehmarn, der für Besucher geöffnet ist. Er bietet eine wunderschöne Aussicht. Leuchtturm Westermarkelsdorf  zeigt seit 1881 den Schiffen ihren Weg im Fehmarnbelt. Beide Leuchttürme sind vom Campingplatz Wallnau  gut zu Fuss zu erreichen. Der kleine Ort Orth ist bei Seglern und Sportbootliebhabern ein Begriff. Er ist ein beliebter Ausgangspunkt für Törns. 

Bojendorfer Strand liegt westlich von Petersdorf am Campingplatz Wallnau. Ein Naturstrand mit Strandkorbvermietung und einem Kiosk bieten minimalistischen Komfort.

St.-Johannis-Kirche in Petersdorf ragt weit über das flache Land und zeigte mit ihrem hohen Turm den Seefahrern den Weg. Der Innenraum ist einfach gehalten, besticht jedoch durch die gotländische Taufe aus Marmor und Kalkstein.

Wer etwas mehr Trubel braucht besucht das touristische Zentrum Burgtiefe im Süden der Insel. Zwei lange Steinwälle schützen den Strand. Das flache Wasser fällt seicht ab und ist für Kinder sehr geeignet. Am Strand finden sich Strandkörbe, WC, Umkleidekabinen, Kioske, Eisdielen und mehr.

Der Campingplatz Wallnau ist ein modern ausgestatteter Platz. Die Außenanlagen machten einen gepflegten Eindruck. Der Strand ist steinig und hat nur einen kleinen Sandbereich mit Strandkörben. Ein neues Sanitärgebäude war in der ersten Woche, auf Grund der Coronaverordnung, nur teilweise geöffnet. Es durften die Toiletten und die Geschirrspüleinrichtungen genutzt werden. Die Türen und großen Dachfenster waren immer geöffnet, so erfolgte ein ständiger Luftaustausch.  Die Reinigung war intensiv und sorgfältig. Nach einer Woche wurden alle Bereiche geöffnet. Vorsorglich hat der Platz eine kreative Lösung zum Duschen im Freien geschaffen. Mit Trennwänden aus Gartenpalisaden wurden Duschkabinen gebaut. Das Gesundheitsamt hat die Nutzung jedoch untersagt. Eine Entscheidung, die nicht nachvollziehbar ist.